Ich hole den ansässigen Hausgnom aus dem Kindergarten ab.
Beim Aussteigen habe ich vergessen, meine Playlist zu ändern, und so schreien Electric Callboy ihre Weise über einen Fahrstuhlführer aus dem Beschallungssystem. Erschrocken regle ich die Lautstärke herunter, um das zarte Gehör des Kindes zu schonen und sie nicht mit meiner Musik emotional zu überfordern.
In die Stille ertönt ein zartes, aber bestimmtes Stimmchen von hinten: „Papa. Mach das wieder laut.“
Das darauffolgende Gespräch während der Heimfahrt hat mich einmal mehr mit Freude erfüllt. Die Playlist lief weiter und bei irgendwas von I Prevail studierte sie aufmerksam das Albumcover auf dem unnötig großen Display, das heutzutage in nahezu jedem neuen Auto das Cockpit dominiert, und stellte fest: „Papa ... das ist eigentlich keine Musik für Kinder ... oder?“
Ich erklärte ihr, dass Musik für alle da ist und es da nicht wirklich Grenzen geben sollte, aber manche Lieder einfach nicht so schön für Kinder sind und ich die deswegen meistens eher alleine höre.
Sie denkt kurz darüber nach und stellt dann fest: „Also, ich find's schön.“
Anekdoten